Seit September 2000 gehöre ich zum Team des Montessorihauses Reisnerstraße.
Meine Auseinandersetzung mit „Erziehung“ von Kindern begann 1975 mit der Geburt meines ersten Kindes, Armin. 1978 und 1980 folgten seine Schwestern Karin und Sigrun. Diese Jahre und die folgenden bedeutete für mich ein ständiger Lernprozess über den Umgang mit jungen Menschen. Leitlinie in diesem Lernprozess war das Verhalten meiner Kinder. Diese vermittelten mir sehr gut, was ihre ureigensten Bedürfnisse waren. Von Maria Montessori und Emmi Pikler hatte ich damals (leider) noch nicht gehört. Ich agierte eher „aus dem Bauch heraus“. Dass ich meinen Kindern Grenzen setzte, innerhalb derer sie sich allerdings frei bewegen konnten, gehörte z.B. zu dieser Art des Agierens. Der pädagogische Wert dieses „Grenzen-Setzen“ wurde mir erst einige Zeit später klar, nicht zuletzt auf Grund von „Rückmeldungen“ der mittlerweile erwachsenen Kinder, welche selber alle drei schon Kinder haben. Eine dieser Rückmeldungen stammte von meiner Tochter Karin, welche in ihrer Pubertät für viele Überraschungen (nicht immer nur angenehme) sorgte. Sie lautet: “Ich hatte immer und in jeder Situation die Gewissheit angenommen zu sein.“
Wie bereits erwähnt haben mich meine Kinder mittlerweile zur sechsfachen Großmutter gemacht. In diese Rolle musste ich genauso erst hineinwachsen wie in die Mutterrolle, die nie endet sondern sich nur verändert.
1990 wurde mir im Kindergarten unserer Pfarre eine Stelle als Betreuerin angeboten. Ich griff sofort zu. 1996/97 machte ich neben der Arbeit im Pfarrkindergarten meine Motessoriausbildung und schloss diese im Juni 1997 ab. Natürlich wollte ich danach das Erworbene in die Praxis mit Kindern umsetzen. Ich musste dazu allerdings den Arbeitsplatz wechseln.
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Aus dieser Zeit rühren meine ersten Kontakte zu Brigitte Putz, welche in der Aufbauphase ihres Kinderhauses zum vorhandenen Personal noch keine zusätzliche Pädagogin einstellen konnte. Sie machte mich aber auf einen montessoriorientierten Kindergarten im 22.Bezirk aufmerksam, der eine Betreuerin mit Montessoriausbildung suchte. Dort schöpfte ich meine erste praktische Erfahrung als Montessoripädagogin, wechselte dann zur Erweiterung dieser Praxis in ein Kinderhaus im 4.Bezirk. Mittlerweile war das Kinderhaus in der Reisnerstraße so „gewachsen“, dass ich zum Team stoßen konnte.
Für mich bedeutet das Arbeiten mit Kindern eine ständige Herausforderung. Um dieser Herausforderung entsprechend gewachsen zu sein, bin ich bestrebt, mein pädagogisches Wissen in Fortbildungen zu vertiefen. Ich absolvierte in den vergangenen Jahren die Ausbildung zur Montessori-Kleinkindpädagogin. besuchte Seminare beim Ehepaar Wild, Vorträge von Jesper Juul sowie diverse Seminare und Vorträge, die sich mit Kleinkindpädagogik befassen. Das Lesen von einschlägiger Literatur ist für mich zur Selbstverständlichkeit geworden, besonders die Bücher von Jesper Juul sind für mich oft sehr hilfreich im Pädagoginnenalltag-
Da ich nun schon das dritte Jahr die Kleinkindgruppe leite, ist es mir ein besonderes Anliegen mich mit der Pikler Pädagogik auseinander zu setzen und so beende ich demnächst die Ausbildung zur Pikler Pädagogin.
Als „Leitfaden“ für meine Tätigkeit habe ich mir vorgenommen, den Kindern, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten darf, zu helfen, in dieser übertechnisierten Welt mit ihren Überangeboten einen Weg zu finden, um selbständige, kritische und liebenswerte „Erwachsene“ zu werden. Sie sollen fähig bleiben eigene Gefühle und das Anderssein ihrer Mitmenschen zu respektieren.
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